StartseiteInformationArbeitsfelderServiceSoforthilfeKontakt
 Arbeitsrecht Baurecht Forderungsmanagement / Inkasso Mietrecht Ordnungswidrigkeiten Strafrecht Verbraucherschutzrecht Verkehrsrecht Vertragsrecht Wettbewerbsrecht Zivilrecht (allgemein)
Forderungsmanagement / Inkasso

  • Haben Sie Forderungen und der oder die Schuldner bezahlen diese hartnäckig nicht?
  • Sind Sie auf die rasche Bezahlung Ihrer Rechnungen angewiesen?
  • Denken Sie daran, ein Inkassobüro mit der Eintreibung der ausstehenden Forderungen zu beauftragen?

Angesichts der zunehmend schlechten Zahlungsmoral muss sich jeder Gläubiger überlegen, welche Art von Forderungsmanagement er anstrebt. Für Schuldner ist eine nicht bezahlte Rechnung der billigste Kredit, für Gläubiger aber bedeuten viele unbeglichene Forderungen häufig selbst Liquiditätsengpässe. Daher möchte ich auf den folgenden Seiten Gläubiger darüber informieren, wie sie effektives Forderungsmanagement betreiben können.
  1. Hinweise zur Rechnungsstellung
  2. Die Zahlungserinnerungen, Mahnungen
  3. Zahlungsunwilligkeit und Zahlungsunfähigkeit
  4. Über den Sinn und Unsinn der Beauftragung von Inkassounternehmen
  5. Hinweise zu Ratenzahlungsvereinbarungen
  6. Mahnverfahren oder sofortige Klageerhebung?
  7. Hinweise zur Zwangsvollstreckung
  8. Strafanzeige gegen den Schuldner?


1. Hinweise zur Rechnungsstellung

Wenngleich auch der Gesetzgeber das Erfordernis zur Beschleunigung von Zahlungen erkannt hat, so kann doch der Gläubiger selbst den ersten wichtigen Schritt gehen und dem Schuldner eine klare Zahlungsfrist setzen. Auch wenn der Schuldner nach dreißig Tagen automatisch in Verzug kommt, so gibt der Gläubiger durch ein klares Zahlungsziel zum Ausdruck, dass er mit dem Geldeingang rechnet und bestimmt zudem selbst einen Zeitpunkt, ab welchem der Schuldner in Zahlungsverzug gerät - nämlich mit Ablauf des festgesetzten Kalendertages.



2. Zahlungserinnerungen und Mahnungen

Selbstverständlich bleibt es Ihnen unbenommen, mit Ihrem säumigen Schuldner eine seltsam geartete Brieffreundschaft zu schließen und ihn mehrmals unter variierenden Bezeichnungen wie "Zahlungserinnerung", "Mahnung", "zweite Mahnung", "letzte Mahnung", "letzte außergerichtliche Mahnung" oder ähnlichem zur Zahlung aufzufordern - die Erfolgsquote kennen Sie wohl selbst: "Außer Spesen nichts gewesen" wird häufig das Resultat sein.
Natürlich kommt es vor, dass jemand eine Rechnung - wirklich aus Versehen - noch nicht bezahlt hat und daher sollte man sicherlich ein Mal nachfassen und den Schuldner an die Rechnung erinnern. Dies kann im übrigen auch telefonisch erfolgen, da ein nachweisbarer Zugang einer Mahnung etc. - insbesondere bei kalendermäßig festgesetztem Zahlungsziel - nicht mehr nachgewiesen werden muss. Zudem wird es dem Schuldner etwas peinlich sein, direkt mit dem Gläubiger konfrontiert zu werden. Die Erfolgsquote "telefonischer Mahnungen" ist durchaus beachtlich.



3. Zahlungsunwilligkeit und Zahlungsunfähigkeit

Bei wirklich zahlungsunwilligen Kunden jedoch wird auch die telefonische Mahnung nicht wirklich greifen - doch warum sollten sie nun den zahlungsunwilligen Kunden nun noch zeit- und kostenintensive Briefe schreiben?
Entscheidend ist schlicht die eine Frage: Haben Sie es mit einem zahlungsunfähigen Kunden oder mit einem zahlungsunwilligen Kunden zu tun?
Ist der Kunde wirklich zahlungsunfähig, so wird es nicht wirklich weiterhelfen, wenn Sie viele Mahnungen schreiben - dies kostet Sie nur Zeit und auch Geld. Hier bietet sich eventuell eine Ratenzahlungsvereinbarung an.
Ist der Kunde jedoch schlicht zahlungsunwillig, so wird wohl auch die dritte, vierte und fünfte Zahlungserinnerung - egal welche Bezeichnung sie trägt - nicht fruchten.



4. Über den Sinn und Unsinn von Inkassounternehmen

Haben Sie schon einmal ein Inkassounternehmen gefunden, das zwischen zahlungsunwilligen und zahlungsunfähigen Schuldner unterscheidet? Kennen Sie ein Inkassounternehmen, das auch für den Schuldner vertrauenswürdig ist?
Die Erfahrung zeigt: Wird ein Inkassounternehmen mit der Eintreibung einer Forderung beauftragt, so reagieren die meisten Schuldner entweder gar nicht darauf oder aber erheben irgend welche mehr oder weniger berechtigten Einwendungen gegen die Forderung. Diese werden dann Ihnen als Gläubiger vom Inkassounternehmen mit der Bitte um Stellungnahme vorgelegt, ohne anwaltlichen Rat aber wird diesen selten zu begegnen sein. Reagiert der Schuldner überhaupt nicht, geben die Inkassounternehmen die Angelegenheit an deren eigene Anwälte weiter. Sie als gutmütiger Gläubiger warten weiterhin eifrig und doch vergeblich auf ihr berechtigtes Geld, die Sache landet bei irgend einem Rechtsanwalt, der schon bei der Beauftragung sein Geld verlangt - und meist auch bekommen - hat, den kennen Sie nicht, sie wissen erst recht nicht, ob und wie sehr er sich der Sache annimmt. Aber es wurden zwischenzeitlich erhebliche Kosten verursacht, es vergeht Zeit ohne dass Sie Ihr Geld erhalten haben. Zahlt der Schuldner dann schließlich doch noch etwa in Form einer Ratenzahlung, geht ein Großteil der Zahlungen zunächst an das Inkassounternehmen und an den Rechtsanwalt - und Sie bekommen irgendwann, wenn Sie Glück haben, auch noch ihr Geld. Dies ist die traurige Realität.
Durch die Beauftragung eines Inkassounternehmens geht aus meiner Sicht nur wertvolle Zeit verloren. Hat der Schuldner auf eine Zahlungserinnerung durch Sie weder mitgeteilt, dass er zurzeit illiquide ist oder aber gezahlt, ist zunächst von der Zahlungsunwilligkeit auszugehen. Dies bedeutet für Sie als Gläubiger, dass Zeit Geld sein kann - und langes Zuwarten kann Ihre Chancen auf Ihr Geld drastisch reduzieren.
Schneller kommen Sie an einen vollstreckbaren Titel sicherlich durch die sofortige Einschaltung eines Rechtsanwaltes als durch die Beauftragung eines Inkassounternehmens.



5. Hinweise zur Ratenzahlungsvereinbarungen

Ist der Schuldner zahlungswillig, jedoch zurzeit in einem finanziellen Engpass, so kann sich der Abschluss einer Ratenzahlungsvereinbarung anbieten. Hierbei ist zu beachten, dass eine Ratenzahlungsvereinbarung für den Schuldner meist ein zinsloser Kredit zu einem Zeitpunkt ist, in welchem seine Bank ihm keinen mehr gewährt - daher ist Vorsicht angebracht.
Die Ratenzahlungsvereinbarung sollte keinen zeitlich "endlosen" Horizont haben - mehr als ein Jahr Laufzeit sollte wirklich die Ausnahme sein.
Zu beachten ist, dass während der Laufzeit häufig nur dann Zinsen oder sonstige Finanzierungsgebühren anfallen dürfen, wenn bestimmte Vorgaben erfüllt sind.



6. Mahnverfahren oder sofortige Klageerhebung?

Das gerichtliche Mahnverfahren ist eine gute Möglichkeit, rasch zu einem vollstreckbaren Titel zu gelangen, wenn Sie erwarten, dass der Schuldner nicht zahlungsunfähig, sondern schlicht zahlungsunwillig ist und Sie zudem nicht mit (berechtigten oder unberechtigten) Einwendungen gegen die Forderung rechnen. Nur dann nämlich können Sie davon ausgehen, dass kein Widerspruch gegen den Mahnbescheid eingelegt wird und Sie so tatsächlich einen vollstreckbaren Titel in Form des Vollstreckungsbescheides erhalten. Während ein durch eine Klage angestrengtes Gerichtsverfahren häufig einige Monate dauert, erhalten Sie – wenn kein Widerspruch seitens des Schuldners eingelegt wird – binnen einiger Wochen den Vollstreckungsbescheid.
Die Wahl liegt selbstverständlich beim Gläubiger, die Vor- und Nachteile sollten sorgfältig abgewogen werden.



7. Hinweise zur Zwangsvollstreckung

Voraussetzunge für die Zwangsvollstreckung ist stets das Vorliegen eines Vollstreckungstitels mit der Vollstreckungsklausel sowie die Zustellung des Titels an den Schuldner.
Vollstreckungstitel sind z. B. der oben genannte Vollstreckungsbescheid, das Leistungsurteil oder auch der vollstreckbare Vergleich.
Die Vollstreckungsklausel (nicht erforderlich bei Vollstreckungsbescheiden und Arrestbefehlen) lautet „Vorstehende Ausfertigung wird dem Kläger / Gläubiger zum Zwecke der Zwangsvollstreckung hiermit erteilt.“
Die Zustellung erfolgt grundsätzlich durch das Gericht vom Amts wegen, selbstverständlich ist auch die Zustellung durch die Partei selbst möglich.
Vollstreckungsorgane sind insbesondere Gerichtsvollzieher. Jede Vollstreckung muss durch den Gläubiger beantragt werden.
Die Kosten der Zwangsvollstreckung (Gerichtskosten, Gerichtsvollzieherkosten, Anwaltskosten) hat, soweit sie notwendig waren, der Schuldner zu tragen, dem Gläubiger steht insoweit ein Erstattungsanspruch zu.



8. Strafanzeige gegen den Schuldner?

Relevanter strafrechtlicher Tatbestand ist in diesem Zusammenhang der Betrug gem. § 263 StGB. Häufig wird jedoch auch eine Strafanzeige dem Gläubiger nicht viel nützen. Insbesondere zur Vermeidung einer Gegenanzeige wegen Nötigung oder falscher Verdächtigung rate ich dringend dazu, nicht pauschal den Schuldner wegen Betrugs anzuzeigen.


Gerne stehe ich Ihnen persönlich für eine Beratung in Angelegenheiten des Forderungsmanagement zur Verfügung.


Impressum Haftungsauschluss Datenschutz